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09. Oktober 2009
Das Konzert "Italienische Musik am Dresdner Hof" wird von Deutschlandradio Kultur um 20.03 Uhr ausgestrahlt. Es wurde am 20.08.2009 in Altenburg aufgenommen
9th October 2009
The German national radio Deutschlandradio Kultur is broadcasting the concert "Italienische Musik am Dresdner Hof" at 8.03 p.m.
It was recorded last August in Altenburg
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Der Kartenvorverkauf für das Konzert
am 8. November 2009 hat angefangen
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Einführung
Als Kurfürst Moritz 1549 die Italiener Antonio Scandello, Gabriele und Benedetto Tola und Cerbonio und Mattia Besozzi nach Dresden zur Erweiterung seiner Cantorey brachte, fing eine musikalische und künstlerische Beziehung zwischen Dresden und Italien an, die bis in unsere Tage sehr lebendig ist. Seitdem haben bekannte italienische Namen das kulturelle, künstlerische und musikalische Leben der Stadt Dresden beeinflusst. Zahlreich sind die Zeugnisse von Italienern, welche sie nach einer kurzen Durchreise oder ihrem Aufenthalt im Elbflorenz hinterließen. Antonio Scandello, die Brüder Tola, der Dichter Stefano Benedetto Pallavicini, Andrea Bontempi, Francesco Maria Veracini, Antonio Lotti, Gaetano Chiaveri, Bernardo Bellotto (Canaletto), Ferdinando Paer, Camillo Marcolini, Francesco Morlacchi, Giuseppe Sinopoli, Fabio Luisi sind nur einige Namen, die die starke italienische Präsenz in Dresden durch die verschiedenen Epochen hindurch markieren. Die Reisen von Heinrich Schütz nach Venedig, um dort den neuen Italienischen Stil zu erlernen und auch in Deutschland Kompositionen in diesem Stil zu schreiben, oder das „Concerto per la corte di Dresda“ von Antonio Vivaldi sind weitere Beispiele, die den intensiven kulturellen Austausch zwischen Dresden und Italien, insbesondere Venedig repräsentieren. Auch die Präsenz einer italienischen Oper in Dresden zwischen dem Ende des 17. Jh bis ins 19. Jh hinein macht deutlich, dass das Elbflorenz die deutsche Stadt ist, die wohl am meisten von italienischer Kultur geprägt und beeinflusst ist.
Die Italiener wurden aber andererseits auch selbst von der deutschen Kultur und ihrem Stil beeinflusst: Der „Nobile Genovese“ Giovanni Battista Pinello, 1580 bis 1584 Kapellmeister in Dresden, hat ein „Deutsches Magnificat auf die 8 Tonos Musicales“ komponiert. Antonio Scandello, der erste italienische Kapellmeister der Hofkapelle, komponierte neben geistlichen und weltlichen deutschen Liedern eine Gedächtnis-Messe für Kurfürst Moritz; Francesco Morlacchi, letzter Kapellmeister der italienischen Oper, komponierte neben 13 großen Messen mit Orchester, einer Passion, einem Miserere alla Capella, 5 Oratorien und weiteren Werken der katholischen Kirchenmusik, ein Requiem für Friedrich August I (1750–1827), König von Sachsen.
Auch die Idee zu diesem Projekt stammt von Künstlern, die gebürtige Italiener sind und jetzt in Dresden leben, und die sich als Teil dieser Tradition fühlen. Sie sind Musiker, die sich mit der Pflege der Historischen Aufführungspraxis beschäftigen; sie möchten die „italienische“ Musik, die von Italienern in Dresden und für Dresden von der späten Renaissance bis zur frühen Romantik komponiert wurde, mit originalen Musikinstrumenten der jeweiligen Epochen oder deren Kopien wieder lebendig erklingen lassen. Beginnen werden sie mit einem ersten Konzertprogramm, das den Zeitraum ca. 1550 - 1630 umfasst. Denn im Jahr 1549 liegt der Beginn der italienischen Tradition in Dresden, als Kurfürst Moritz mit fünf Italienern und sechs Deutschen den entscheidenden Anstoß zu einer personellen und substanziellen Erweiterung seiner Cantorey gab. 1568 wurde einer von diesen fünf Italienern - Antonio Scandello, der als Posaunist und Zinkenist engagiert worden war - bis zu seinem Tod Kapellmeister. Die Brüder Tola wurden nicht nur als Musiker von Moritz engagiert: Sie entwarfen die Sgraffiti für die Hoffassaden des Dresdner Residenzschlosses und leiteten deren Ausführung. Giovanni Battista Pinello wurde der Nachfolger von Scandello. Carlo Farina wurde von Heinrich Schütz 1625 nach Dresden verpflichtet: er ist einer der ersten hochvirtuosen Geiger der Schlosskapelle.
Scandello, Pinello und Farina sind auch die Namen der italienischen Komponisten, die im ersten Konzertprogramm erscheinen werden.
Da die italienische Musik immer im engen Kontakt mit der deutschen geblieben ist, und sie beide sich gegenseitig beeinflusst haben, wird das Programm auch Komponisten wie M. Praetorius und H. Schütz beinhalten, die in besonderer Weise sich von der italienischen Musik haben inspirieren lassen und gleichsam „deutsche Botschafter“ des neuen italienischen Stiles waren.